Kriegsgräberstätte Dagneux

Im Jahre 1952 haben französische Behörden etwa 2 Kilometer südlich der Orte Dagneux und Montluel einen deutschen Soldatenfriedhof angelegt, der 1 486 deutsche Gefallene und in Kriegsgefangenschaft Verstorbene aufnahm, die ursprünglich auf Zivilfriedhöfen im südfranzösischen Raum bestattet waren.

Adresse:

468 Route de Balan
01120 Dagneux
Frankreich

GPS-Koordinaten: 45°50'8.66"N; 5° 4'5.59"E

Mit dem deutsch-französischen Kriegsgräberabkommen begann 1958 auch im südfranzösischen Raum die Zusammenbettung der Toten. Die französische Regierung stellte dafür den Boden der bisherigen Anlage für den Ausbau zu einem endgültigen deutschen Soldatenfriedhof zur Verfügung, wobei der durch die starke Vergrößerung benötigte zusätzliche Bedarf an Gelände berücksichtigt wurde.

Die Umbettungen wurden durch sorgfältig geschultes Personal des Umbettungsdienstes des Volksbundes durchgeführt. Inzwischen birgt die Kriegsgräberstätte Dagneux auf etwa 4,5 Hektar insgesamt knapp 20 000 deutsche Gefallene.

Es sind Opfer der Kämpfe, die sich in Südfrankreich entwickelten, nachdem am 15. August 1944 die Alliierten die Landung an der Riviera durchgeführt hatten. Da hier nur schwache Kräfte der 19. Armee standen, führte sie schnell zum Erfolg. Schon nach einer Woche wurde Grenoble genommen, Toulon und Marseille fielen am 28. August. Am 3. September wurde Lyon von den Alliierten besetzt. Zwei Divisionen der deutschen 19. Armee zogen sich auf die Westalpen zurück, wo sie von einer anderen Heerestruppe aufgenommen wurden. Die restlichen Verbände konnten sich bei Dijon noch einige Zeit halten, mussten sich dann jedoch in das Elsaß zurückziehen.

Im Innern des Eingangsgebäudes befindet sich - neben einigen anderen Räumlichkeiten - auch der Besucherraum. Hier liegen die Namenslisten der auf dem Friedhof bestatteten Gefallenen einschließlich verschiedener Informationen, die den Friedhof betreffen. Das Gräberfeld besteht aus 42 Blöcken verschiedener Größe. Die Grablagen sind durch Stelen aus Hartmolasse gekennzeichnet, einer Art Hartsandstein, wie er in den Voralpengebieten gebrochen wird. Die Stelen tragen auf Vorder- und Rückseite die Angaben über je zwei Gefallene: die Namen der Bestatteten, die Dienstgrade sowie die Geburts- und Todesdaten. 

Vom Friedhofseingang führt ein Mittelweg in diagonaler Richtung durch das Gräberfeld zum Ehrenmal. Dieses ist ein fünfeckiger, acht Meter hoher, fensterloser Baukörper mit nach oben offenem Innenraum. Davor erhebt sich ein 11 Meter hohes, mit Kupfer verkleidetes Kreuz. In der Mitte, unter dem Boden des Ehrenmals befindet sich das Kameradengrab. Hier ruhen 814 Tote, von denen mehr als 300 völlig unbekannt sind. Die Namen der anderen 481 Toten sind zwar bekannt, ihre sterblichen Reste konnten jedoch nicht im einzelnen mit der unbedingten Gewissheit identifiziert werden, die für eine Beisetzung in einem Einzelgrab erforderlich ist. Die Namen der bekannten Soldaten wurden in neun gleich große, quadratische Kalksteinplatten eingemeißelt, die im Fußboden des Ehrenmals eingelassen sind. Im Inneren des Ehrenmals kniet eine große Bronzegestalt in Form einer Trauernden, die sich hinter dem Kameradengrab erhebt.