Kriegsgräberstätte Recogne-Bastogne

Fünf Kilometer nördlich von Bastogne an der Straße Bastogne- Houffalize-Lüttich liegt die Kriegsgräberstätte Recogne-Bastogne nahe dem Dörfchen Noville. Auf dieser deutschen Kriegsgräberstätte ruhen   6 807 Tote. Der Name Bastogne, jener kleinen Stadt, die durch die Ardennen-Offensive im Dezember 1944 in aller Welt bekannt geworden ist, lässt vermuten, dass es sich bei ihnen ausschließlich um solche Tote handelt, die dem aussichtslosen Ringen im letzten Abschnitt des Zweiten Weltkrieges zum Opfer gefallen sind. Das ist aber nur zum Teil der Fall. Hier ruhen auch deutsche Kriegstote, die bei Kämpfen auf deutschem Boden fielen.

Adresse:
Recogne 27
6600 Bastogne
Belgien
GPS Koordinaten: 50° 2'57.67"N; 5°44'29.39"E

Entstehung

Am 4. Februar 1945 begannen die Amerikaner mit der Anlage eines Sammelfriedhofes. Er vereinte 2 700 US-Soldaten und mehr als 3 000 deutsche Gefallene auf zwei getrennten Gräberfeldern auf einem Gelände links der Straße Bastogne-Noville. Sie bezeichneten diese provisorische Gräberanlage mit dem Namen des Dorfes, Foy. In den Jahren 1946/47 wurden die amerikanischen Toten ausgebettet und nach Henri-Chapelle überführt, einem zwischen Lüttich und Aachen gelegenen Ort, wo die Amerikaner ebenfalls während des Krieges einen provisorischen Sammelfriedhof an- gelegt hatten. Bei Bastogne blieb das deutsche Gräberfeld zurück.Inzwischen hatte der Amtliche Belgische Gräberdienst die Arbeit aufgenommen. Er begann mit der Auflösung deutscher Feldgräber, Einzelgräber auf Gemeindefriedhöfen und kleinererGräberanlagen. Rund 3 000 Tote wurden nach Bastogne, die übrigen nach Lommel, überführt.Der Volksbund begann 1954 mit der Identifizierung der zahlreichen unbekannten Toten. Diese Arbeit wurde im Frühling 1956 abgeschlossen, 1 121 Gefallene erhielten ihre Namen wieder. 

Kapelle

Entlang der Straße an der Nordseite des Friedhofes wurde eine niedrige Einfriedungsmauer aus rotem Eifelsandstein errichtet, die an der Nordwestecke bastionsartig vorspringt. Aus dem Mauerwerk erhebt sich eine Kapelle mit einem Glockenturm. Der Innenraum der Kapelle bildet einen überwölbten Weiheraum aus Schiefer-Schichtmauerwerk, dessen Wände durch zwei Reliefs (St. Michael mit der Waage und der Erzengel Gabriel mit dem Licht) aufgelockert sind, und dessen Mitte ein Pultstein aus dunklem Muschelkalk auf einem flach gelagerten, abgerundeten Sockel aus hellem Kalkstein steht. In einer kleinen Seitennische, deren Wände mit Platten aus hellem Kalkstein verkleidet sind, liegen die Verzeichnisse der Toten mit Angabe der Grablagen.

Gräberfelder

Nun konnte die Ausgestaltung durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beginnen. Für die Anlage des Walles und des Grabens, der von drei Seiten das Gräberfeld schützend umschließt, boten sich Jugendliche aus sechs verschiedenen Nationen zur freiwilligen Mitarbeit an. Unter Leitung des Kolpingwerkes und des CVJM wurde im Sommer 1956 ein internationales Jugendlager eingerichtet, das die freiwilligen Helfer zusammenfasste. Seine Teilnehmer haben nicht zuletzt auch wesentlich dazu beigetragen, die bösen Erinnerungen der einheimischen Bevölkerung an die Kriegszeit im Geiste der Versöhnung und Verständigung zu überwinden. 

Weitere Informationen zur Kriegsgräberstätte Ploudaniel-Lesneven finden Sie hier.